Jakob Maria Mierscheid: Student schrieb Diplomarbeit unter anderem über den bekannten Politiker

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Artikelstatus: Fertig 09:50, 10. Okt. 2005 (CEST)
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Hamburg (Deutschland), 09.10.2005 – Ein Hamburger Student aus dem Fachbereich Design, Stefan Schröter, widmete seine Diplomarbeit seiner großen Leidenschaft: Phantome in Politik und Kultur. Neben bekannten Persönlichkeiten wie Erika Mustermann, Zorro, dem Regisseur Alan Smithee, dem Diplomaten und Ministerialrat Edmund F. Dräcker, Nessie, Jerry Cotton und dem Yeti begeisterte Schröter auch der deutsche Politiker Jakob M. Mierscheid.

Der Student verfolgte in seiner Diplomarbeit die Spuren dieser Phantome. Er hat herausgefunden, dass es bereits seit Jahrzehnten in Deutschland humorvolle Politiker gibt, die dem Spaß eine Chance geben. Mit Geschichten über erfundene Kollegen unterhalten sie ihre Mitmenschen.

Der SPD-Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz, Jakob Maria Mierscheid, zieht bereits seit 1979 seine Kreise im Deutschen Bundestag. Seit damals erregt er durch außergewöhnliche Vorschläge für Gesetzesänderungen Aufsehen. Seine Formel für die Berechnung von Wahlprognosen, das so genannte Mierscheid-Gesetz, ist über die Grenzen hinaus bekannt. Als Mierscheid im Sommer 2005 angeblich aus der SPD ausgetreten war und der Linkspartei beitreten wollte, meldeten einige Nachrichtenagenturen diesen Wechsel sogar als politische Information mit Wahrheitsgehalt. Mierscheid selbst war es, der dieses Vorhaben umgehend dementierte.

Schröter bezeichnete die Lebensläufe seiner Hauptpersonen in seiner Diplomarbeit als "Holographie". Er beschrieb darin Reisen in die Scheinwelten seiner Phantome. Besonders interessierten den Studenten die Entstehungsgeschichten seiner Lieblinge. Um in kein Fettnäpfchen zu treten, hatte Schröter den SPD-Mann Mierscheid angeschrieben. Er bat um Genehmigung, ihn offiziell als Phantom bezeichnen zu dürfen. Die Antwort Mierscheids ließ auch nicht lange auf sich warten. Der Politiker antwortete umgehend per E-Mail. Er gab zur Kenntnis, ihm sei bekannt, dass er von vielen Mitmenschen als fiktive Person angesehen würde. Ihn würde dies jedoch nicht stören, da er hierdurch seine Mitarbeit im Bundestag aus dem Hintergrund sehr wirkungsvoll betreiben könne.

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Quellen