Die beiden demokratischen Bewerber um die US-amerikanische Präsidentschaft streiten sich um NAFTA

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Veröffentlicht: 23:48, 27. Feb. 2008 (CET)
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Das Rennen der Vorwahlen: Staaten mit rötlicher Farbe gingen eher an Clinton, in blau eher an Obama. Weiß: noch nicht gewählt.

Austin / Columbus (Vereinigte Staaten), 27.02.2008 – Angesichts der näher rückenden Vorwahlen der Demokratischen Partei in Ohio und Texas um die Präsidentschaftskandidatur hat ein parteiinterner Disput zwischen den beiden Kandidaten Hillary Clinton und Barack Obama begonnen.

Dabei geht es unter anderem um das North American Free Trade Agreement (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen, kurz „NAFTA“). Dieses ist eine Vereinbarung der Vereinigten Staaten mit Mexiko und Kanada, das einen offeneren Markt in Nordamerika schaffen soll. Nun werden diesem Abkommen zahlreiche Verluste von Arbeitsplätzen zugeschrieben, denn es erleichterte deren Verlagerung nach Mexiko. Auch in Ohio, wo demnächst gewählt wird, waren die Auswirkungen des Abkommens spürbar. Entsprechend unbeliebt ist es dort.

Zwischen den Kandidaten herrscht Uneinigkeit: einerseits darüber, inwieweit Clintons Ehemann, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, am Zustandekommen des NAFTA beteiligt gewesen sei, andererseits darüber, inwieweit Hillary Clinton es unterstützt habe. Beide Punkte sind gleichermaßen umstritten. So trat das Abkommen zwar erst während Bill Clintons Amtszeit in Kraft, wurde jedoch bereits unter dem Republikaner George Bush sen. vorbereitet. Auch inwieweit Hillary Clinton sich für das Abkommen aussprach, ist zwischen beiden Lagern umstritten. So hat Clinton laut Obama, der in einer Rede in einer Fabrik in Ohio nochmals seine starke Kritik erneuerte, das Abkommen auch Jahre nach dessen Inkrafttreten noch gelobt. Sie habe ihre Meinung erst geändert, als sie Präsidentschaftskandidatin geworden sei.

Clinton dagegen ließ in einer Pressemitteilung noch einmal betonen, sie sei falsch zitiert worden und habe NAFTA zudem vor ihrer Kandidatur kritisiert, und zwar bereits im Jahr 2000.

In Ohio hat derzeit Clinton mit 49 Prozent trotz der Auseinandersetzung die besseren Umfragewerte, in Texas dagegen führt Obama mit 50 Prozent.

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Quellen