Brasilien: Deutsche Bank an Korruptionsskandal beteiligt

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Veröffentlicht: 21:13, 13. Aug. 2012 (CEST)
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Maluf war zweimal Bürgermeister von São Paulo, wird wegen Korruption beschuldigt und steht auf der Fahndungsliste von Interpol

São Paulo (Brasilien), 13.08.2012 – Mehr als 200 Millionen US-Dollar sollen unter Beteiligung der Deutschen Bank illegal in das britische Steuerparadies Jersey transferiert worden sein, so berichten brasilianische Medien. Pikant dabei: Es geht um öffentliche Gelder der Stadt São Paulo aus den Jahren 1993 bis 1996. In dieser Zeit war der jetzt 80jährige Paulo Maluf Bürgermeister der 11-Millionen-Einwohner-Stadt.

Die Stadt Sao Paulo prüft derzeit, die Deutsche Bank auf Rückzahlung des Geldes zu verklagen. Wie die brasilianischen Behörden mitteilten, gebe es Beweise dafür, dass Flavio Maluf, der Sohn des ehemaligen Bürgermeisters, die Gelder ins Ausland verschoben habe. Sein Vater bestreitet die Vorwürfe und sagte, er habe keine Konten im Ausland. Paulo Maluf war bereits in den Jahren 1969 bis 1971 Bürgermeister von São Paulo gewesen. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungsverfahren. Inzwischen steht er auf der Fahndungsliste von Interpol, so dass ihm bei einer Auslandsreise die Verhaftung drohen würde.

Bereits 2009 kam es zu einer ersten Vereinbarung zwischen der Deutschen Bank und der Stadt São Paulo, welche die Rückzahlung von 5 Millionen US-Dollar vorsah. Damals ging es um Gelder aus der Staatskasse, die in den Jahren 1993 bis 2001 – während der Amtszeit der Bürgermeister Paulo Maluf und Celso Pitta – unterschlagen worden waren. Die Gesamtsumme der missbräuchlich verwendeten Gelder wurde zunächst auf über 150 Millionen US-Dollar geschätzt.

Die Deutsche Bank pflegt mit Brasilien seit über 100 Jahren Geschäftsbeziehungen. Die „Deutsche Überseeische Bank“, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, hatte am 1. August 1911 unter dem Namen „Banco Alemão Transatlântico“ eine Niederlassung in Rio de Janeiro eröffnet.

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Quellen