Benazir Bhutto kehrte nach acht Jahren zurück nach Pakistan

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Veröffentlicht: 09:15, 19. Okt. 2007 (CEST)~
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Benazir Bhutto

Karatschi (Pakistan), 19.10.2007 – Unter schwersten Sicherheitsvorkehrungen kehrte gestern die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto nach achtjährigem Exil unter Tränen in ihr Heimatland zurück. Mehr als 250.000 Anhänger bereiteten ihr einen begeisterten Empfang in der Millionenmetropole Karatschi.

Taliban und Angehörige des Al-Kaida-Netzwerks hatten im Vorfeld ihrer Rückkehr mit Anschlägen auf ihr Leben gedroht. Trotz der über 20.000 Polizisten, Soldaten und anderen mit Spürhunden ausgerüstete Spezialkräften, die Bhutto vor möglichen Attentaten schützten sollten, explodierten zwei Sprengsätze kurz nacheinander und brachten die Wagenkolonne der Führerin der Pakistanischen Volkspartei (PPP) zum Stillstand. Mindestens 100 Menschen sollen dabei getötet worden sein, darunter auch 20 Polizisten. Es wird jedoch erwartet, dass die Opferzahlen noch weiter steigen.

Bhutto steht für eine Modernisierung und Annäherung des Landes an den Westen. In ihrer Autobiografie schrieb sie: „Ich bin ein Symbol dessen, was die sogenannten Jihadisten, die Taliban und die Al-Kaida am meisten fürchten. Ich bin eine politische Führerin, die darum kämpft, Moderne, Kommunikation, Bildung und Technik nach Pakistan zu bringen.“ Ihre heutige Ankunft sowie die sich anschließende Demonstration sind der Auftakt zu ihrer geplanten Präsidentschaftskandidatur im Januar des kommenden Jahres. Bereits vor ihrer Ankunft hatte Bhutto gegenüber Journalisten geäußert, sie verfolge das Ziel die Demokratie in ihrem Land wieder herzustellen und das Ende der Militärdiktatur herbeizuführen. Der amtierende Präsident Pervez Musharraf war 1999 durch einen Staatsstreich an die Macht gelangt.

Bhutto hatte im Jahr 1999 Pakistan verlassen, nachdem Korruptionsvorwürfe ihr gegenüber laut geworden waren. Voraussetzung ihrer heutigen Rückkehr war ein Dekret des pakistanischen Präsidenten, laut dem die gegen Bhutto erhobenen Korruptionsvorwürfe juristisch nicht weiter verfolgt werden sollen. Es wird erwartet, dass Bhutto sich mit dem amtierenden Präsidenten Musharraf die Macht nach einer erfolgreichen Wahl teilen könnte, also unter ihm als Präsident als Ministerpräsidentin des Landes fungieren soll.

Es stehen aber noch Entscheidungen des obersten Gerichts Pakistans aus, in dem sowohl die Rechtmäßigkeit der vergangenen Präsidentschaftswahl, die von der Opposition boykottiert worden war und bei der Musharraf in seinem Amt bestätigt worden war, als auch die Amnestie für Bhutto geprüft werden sollen.

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Quellen